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Filariasis Beschreibung

Unter dem Begriff Filariasis bzw. Filariose werden Infektionskrankheiten zusammengefasst, die von Fadenwürmern oder Filarien verursacht werden. Diese Parasiten sind sehr dünn und können bis zu 40 Zentimeter lang werden. Ihre Larven gelangen über Stechmücken in den menschlichen Körper. Zu den Auslösern der lymphatischen Filariose gehören drei Filarienarten, die Wuchereria bancrofti, Brugia malayi und Brugia timori. Wenn die Larven über die Stechmücke in den menschlichen Körper gelangen, siedeln sie sich in den Lymphbahnen und Lymphknoten an. Nach mehreren Monaten werden sie geschlechtsreif und gehen als Mikrofilarien in das Blut über. Wird der Mensch wieder von einer Mücke gestochen, nimmt diese die Mikrofilarien auf und ist in der Lage, einen anderen Menschen zu infizieren. Das Krankheitsbild ist abhängig von der Filarienart. Außerhalb eines Wirts sind Filarien nicht überlebensfähig.
Schätzungen zu Folge sind derzeit weltweit 115 Millionen Menschen mit der Filarienart Wucheria bancrofti und 14 Millionen Menschen mit Brugia-Arten infiziert. Die verschiedenen Formen der lymphatischen Filariosen kommen in Asien, Nord- und Zentralafrika sowie in allen Tropengebieten der Erde vor.
Die lymphatische Filariose gehört nicht zu den meldepflichtigen Erkrankungen.
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Filariasis Ursachen

Die Übertragung der Filariose erfolgt durch den Stich von Mücken der Gattung Aedes und Anopheles. Diese beiden Mückenarten sind unter anderem auch verantwortlich für die Übertragung von Malaria, Gelbfieber und Dengue-Fieber. Wird ein infizierter Mensch von einer Mücke gestochen, nimmt diese die Larven der Filarien auf. Diese Larven werden als Mikrofilarien bezeichnet. Im Körper der Mücke entwickeln sie sich weiter und infizieren beim nächsten Stich einen weiteren Menschen. Ein weiterer Infektionsweg verläuft über die Mücke, die sich direkt am Erreger infiziert. Die Weibchen der Erreger legen ihre Eier ab oder gebären lebende Larven. Diese werden wiederum von den Stechmücken mit dem Blut aufgenommen und entwickeln sich in der Mücke weiter. Sticht die Mücke innerhalb der nächsten sieben bis zehn Tage einen Menschen, kann sie ihn infizieren.

Nach der Aufnahme der Larven in den Organismus des Menschen, gelangen sie zunächst in die Blutbahn und etwas später in das Lymphsystem. Bis die infektiösen Larven im Lymphsystem ausgewachsen sind und neue Mikrofilarien produzieren, vergehen zwischen zwei und zwölf Monate. Erst nach so einem langen Zeitraum lassen sich die Filarien im Blut des Menschen nachweisen. Sie können dann wiederum von Stechmücken aufgenommen werden und der Zyklus beginnt wieder von vorn. Bei den hauptverantwortlichen Erregern der lymphatischen Filariose muss zwischen Wuchereria bancrofti, Brugia malayi und Brugia timori unterschieden werden. Wuchereria bancrofti kommt überwiegend in weiten Teilen Asiens, Afrikas, Mittel- und Südamerikas und des Pazifiks vor. Brugia malayi kommt hingegen eher in Südostasien vor. Brugia timori kommt fast ausschließlich in Indonesien vor. Die erwachsenen Würmer können bis zu zehn Jahre alt werden.

Filariasis Symptome

Manche Patienten entwickeln an der Eintrittsstelle der Filarien vorübergehend eine juckende, gerötete Hautstellen. Dies ist als Anfangsstadium zu werten. Der menschliche Körper versucht, die Mikrofilarien abzuwehren. Diese Abwehrreaktion führt zu allergischen Reaktionen, wie zu dieser Rötung, aber auch zu Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen. Mehrere Wochen nach der Infektion kommt es zu einer Lymphknotenschwellung mit einer Entzündung der Lymphgefäße. Die entzündeten Lymphgefäße werden als rote und schmerzhafte Stränge auf der Haut sichtbar. In den meisten Fällen treten die Beschwerden in Schüben auf. Durch eine Stauung der Lymphgefäße kann es zu Lymphschwellungen mit Oedemen kommen. Auch Hoden- und Nebenhodenentzündungen treten gehäuft auf. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es zu einer schweren Abflussstörung der Lymphflüssigkeit. In ganz extremen Fällen kann es zu einer so genannten Elephantiasis kommen.

Hierbei kommt es zu einer Zerstörung von Lymphbahnen, die Lymphflüssigkeit kann nicht mehr abfließen und staut sich in den befallenen Körperteilen. Meist sind die Beine von der Elephantiasis betroffen, sie schwellen bis auf die Größe eine Elefantenbeins an. Eine normales Gehen ist diesem Fall nicht mehr möglich.
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Filariasis Diagnose

Die Stellung der Diagnose beruht zunächst auf einer genauen Befragung des Patienten unter Berücksichtigung seines Aufenthaltsortes. Zudem lassen sich die Parasiten in der Haut, im Blut, im Urin sowie im Auge nachweisen. Die sicherste Möglichkeit, um die Parasiten nachzuweisen, ist der Nachweis spezifischer Antikörper im Blut. Erwachsene Filarien können ebenfalls in Gewebeproben der Lunge sowie Hautknoten nachgewiesen werden. Da die Mikrofilarien sich stark an die nächtlichen Stechgewohnheiten ihrer Erreger angepasst haben, tauchen sie zwischen elf Uhr abends bis zwei Uhr nachts im Blut des Patienten auf. In der restlichen Zeit verweilen sie in den zentralen Blutgefäßen der inneren Organe. Deshalb müssen für die Blautabnahme bestimmte Tages- bzw. Nachtzeiten eingehalten werden.

Filariasis Therapie

Die lymphatische Filariose wird medikamentös mit einem Wurmmittel behandelt. Die zur Verfügung stehenden Wirkstoffe Diethylcarbamazin oder Ivermectin greifen hauptsächlich die Mikrofilarien der Fadenwürmer an. Bei der Behandlung kann es zu schweren allergischen Reaktionen kommen, da die absterbenden Parasiten zu einer massenhaften Ausschüttung von Antigenen führen können. Deshalb ist eine langsam steigernde Medikamentenkonzentration wichtig. Die Behandlung darf nur unter stationärer Überwachung in einem Krankenhaus erfolgen.

Filariasis Vorbeugen

Es gibt derzeit keine Schutzimpfung gegen die lymphatische Filariose. Die einzige, wirksame Schutzmaßnahme beruht im Wesentlichen auf einem wirksamen Schutz vor Mücken. Hierzu zählen Mückengitter vor den Fenstern, ein Moskitonetz über dem Bett und mückenabweisende Sprays oder Cremes. Auch eine Klimaanlage schützt vor Stechmücken, da sie kühle Räume meiden. Nachts sollten Türen und Fenster im Schlafzimmer geschlossen sein. Am Tage ist eine helle, möglichst körperbedeckende Kleidung zu empfehlen. Um die Ausbreitung der übertragenden Stechmücken zu vermeiden, werden in den betroffenen Gebieten meist großflächig Insektizide eingesetzt. Personen, die sich nur für eine kurze Zeit in einem gefährdeten Gebiet aufhalten, brauchen sich keine allzu großen Sorgen zu machen.

Um an der lymphatischen Filariose zu erkranken, muss der menschliche Körper große Mengen Filarien aufnehmen. Gefahr besteht deshalb bei Langzeit-Aufenthalten in Risikogebieten.

Verlauf

Die Auswirkungen der lymphatischen Filariose sind abhängig davon, wie groß die Zahl der aufgenommen Erreger ist und wie lange sich der Betroffene in dem Gefahrengebiet aufgehalten hat. Durch narbige und entzündliche Veränderungen der besiedelten Lymphgefäße, aber auch durch die Würmer selbst, kommt es zu einer starken Abflussbehinderung der Lymphflüssigkeit und somit zu einem Lymphstau. Die extremen Schwellung an den Gliedmaßen ergeben schwere Behinderungen bei den einfachsten Tätigkeiten. Die neu gebildeten Mikrofilarien, die sich in der Lunge, den Augen oder anderen Organen angesiedelt haben, gehen durch die medikamentöse Behandlung zugrunde. Dadurch können bleibende Schäden entstehen, wie zum Beispiel Blindheit durch eine Hornhautzerstörung.